ATTIKA

Marken zum Merken
Wo Kreativität, Leidenschaft und offensichtlich viel Talent zusammenspielen, ist öfters Katja Peter am Werk. Die Inhaberin der Visual Dope AG, Agentur für Kreative Güter, überrascht immer wieder mit unverwechselbaren Brandings. Verschiedenen bekannten Lokalen in der Stadt Zürich hat sie in den vergangenen Jahren den Stempel aufgesetzt.

Von Edith Moosbrugger

Aufträge wie Branding und Ausgestaltung des Restaurants Aux Carrées, Cuisine de Vietnam, sind ganz im Gusto von Katja Peter. Hier konnte sie im Auftrag des Nutzers und des Amtes für Hochbau der Stadt Zürich an der Basis beginnen: bei der Namensgebung und Raumgestaltung. Für sie war sofort klar, Ausgangslage sind die bestehenden Rauten (Carrées) an der Aussenfassade des Gebäudes. Der Brand, die Schrift, die raumhohen Illustrationen bis hin zur Stanzform der Drucksachen – alles basierend auf dem Carrée und bildlichen Metaphern – berücksichtigen die asiatische Kultur. Die feinen Illustrationen finden sich auf Flyers, Menükarten, Tischsets sowie in der Wandgestaltung wieder. Visual Dope® bringt dabei etablierte Printtechniken wie Metallic- oder Changeant-Effekte in Innenräume. Katja Peter liebt die Stringenz. Weil Farben vom Licht abhängig sind, muss sie auch die Entscheide der Beleuchtung beeinflussen können. Und natürlich ist sie dann persönlich auf der Baustelle anzutreffen, wo sie bei den Arbeiten der Handwerker Regie führt. In ihrer Arbeit scheut die Gestalterin keinen Aufwand, sie liebt Opulenz. Ihre Werke bestehen immer aus unzähligen Elementen, Illustrationen und Farben, die in allen BereichenAnwendung finden und individuell zusammengesetzt werden können. Katja Peter nennt dies «Material zum Spielen». Spielerisch, farbig und leicht – jedoch nie oberflächlich – mutet denn auch alles an, was sie kreiert. Für den Betrachter lohnt es sich, genau hinzuschauen, oft entdeckt man in den Details unverhofft kleine Geschichten. «Vor 30 Jahren», sagt sie, «bestand ein Branding nur aus Logo, Hausschrift und allenfalls einer Hausfarbe (Corporate Colour). Das erschöpft sich früher oder später, löst keine Assoziationen aus, wirkt inflationär.» Ihre Philosophie ist anders.

Katja Peter setzt sich direkt an der Basis mit der Aufgabe auseinander, definiert die Seele des Produktes. «Solange man nur oberflächlich denkt, ist die Gefahr gross, bei Klischees zu landen. Make-up macht noch lange keinen Charakter.» Eine Marke aufzubauen ist ein Prozess. Die grafische Sprache sollte der Zeit entsprechen, jedoch nicht trendig sein, damit sie auch längerfristig funktioniert, ohne zu langweilen. Wichtig ist immer die Frage: Welche Stimmung soll bei wem erzeugt werden? Solange man oberflächlich denkt, ist die Gefahr gross, bei Klischees zu landen.

Am Anfang war Dr. Tosho’s sushi power injection. Angefangen hat Katja Peter mit der Arbeit für fernöstliche Unternehmen in einem kleinen Säli in Meilen. Dr. Tosho, ein Musiker und Tausendsassa mit japanischen Wurzeln, produzierte dort 1997 seine wunderbaren Sushis. Ihm verpasste sie einen extrem plakativen Auftritt, was nicht nur ihm gefiel, sondern offenbar auch seiner Kundschaft. Denn die in kleinster Auflage handgefertigten Menükarten verschwanden stets auf Nimmerwiedersehen und wurden so zu begehrten Sammelobjekten. Darauf kreierte Katja Peter im Jahr 2000 Namen, Brand und die Welt «Yooji’s», eine inzwischen überaus populäre und auch international beachtete Kette. Wer sich in einem dieser Sushi-Restaurants bewegt, ist fasziniert von der authentischen Atmosphäre, von den grafischen Elementen und bildlichen Metaphern, die aus der umfangreichen, von Visual Dope® speziell für diesen Kunden entwickelten Designbibliothek stammen, und die in den Räumen, auf Verpackungen und Kommunikationsmitteln Anwendung finden. Katja Peter möchte sich aber nicht auf das Branding für asiatische Gastro-Betriebe festlegen lassen. Ebenso faszinierend findet sie ihre anderen Aufträge, zum Beispiel die umfassende Campussignaletik, die sie zurzeit im Auftrag des hessischen Baumanagements für Deutschlands grösste Universität, die Goethe Universität Frankfurt, entwickelt. Diese beinhaltet auch eine Sehbehinderten-Orientierung mit geprägter Braille-Schrift. Oder die Arbeit für das im August von Ministerpräsident Koch eingeweihte UNESCO Weltnaturerbe Grube Messel in Darmstadt. Visual Dope® zeichnete sich verantwortlich für die gesamte Ausstellungsgrafik des Besucherzentrums. Auf weitere Projekte der engagierten Powerfrau darf man gespannt sein.

www.visualdope.com